Im Fokus: Hightech Agenda Deutschland

Abstraktes Symbolbild, blau mit Kreisformen
Textlogo: Hightech_Agenda Deutschland
© BMFTR

Mit der Hightech Agenda Deutschland fördert das BMFTR Technologien und positioniert Deutschland als führenden Innovationsstandort. Dabei konzentriert es sich auf sechs Schlüsseltechnologien - eine davon sind Quantentechnologien.

Was ist die Hightech Agenda Deutschland?

Mit der Hightech Agenda Deutschland macht das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unser Land zum führenden Standort für neue Technologien. Deutschland soll Fachkräfte, Talente, Investorinnen und Investoren und innovative Unternehmen anziehen. Die Hightech Agenda Deutschland stärkt unsere Wirtschaftskraft, schafft neue Arbeitsplätze und sorgt dafür, dass wir unabhängiger werden. Dabei konzentriert sich das BMFTR auf sechs Schlüsseltechnologien, die für die Zukunft wichtig sind:

Quantentechnologien in der Hightech Agenda: Ziele und ausgewählte Flaggschiff-Maßnahmen

Ziel 1: Im Quantencomputing wollen wir bis zum Jahr 2030 mindestens zwei fehlerkorrigierte Quantencomputer auf europäischem Spitzenniveau realisieren und diese Nutzern zugänglich machen.
  • Wir werden mit einem missionsgetriebenen Hardware-Wettbewerb die aussichtsreichsten Systemansätze weiterentwickeln und in den kommenden vier Jahren die Skalierung zu Quantencomputern mit logischen Qubits fördern. Dabei stehen die drei führenden Technologieplattformen mit Output-Orientierung, Meilensteinplanung und Umsetzungsmonitoring im Wettbewerb zueinander, um zukünftig noch weiter zu fokussieren. So machen wir einen wesentlichen Schritt zu mindestens zwei Quantenhöchstleistungsrechnern mit echtem Mehrwert und Quantenvorteil für unsere Industrie.
  • Parallel dazu werden wir die Entwicklung des Software-Stack ausgerichtet an Wertschöpfung und konkreten Use-Cases und immer auf den besten Hardware-Plattformen vorantreiben. Der Software-Stack wird auf einer konsistenten, modularen und offenen Referenzarchitektur mit einheitlichen, standardisierten Schnittstellen beruhen, die die Innovationsdynamik im Quantencomputing weiter erhöhen wird.
  • Wir werden günstige Bedingungen für Start-ups schaffen, so dass sie sich durch Umsätze am Markt behaupten können und die Rolle des Systemintegrators für Quantencomputer übernehmen. Wir unterstützen den Technologietransfer von Forschungseinrichtungen in die Wirtschaft bspw. über das Angebot von Dienstleistungen zur Qualifizierung von Komponenten für Quantentechnologien.
  • Wir werden den Kauf von Quantencomputern durch Forschungseinrichtungen und HPC-Zentren (High-Performance Computing Centers) weiter unterstützen. Ziel ist die Erforschung und Integration von Quantencomputern in die Umgebung eines klassischen Hochleistungsrechners. Die besten Standorte und Nutzungskonzepte werden im Wettbewerb ausgewählt. Dabei liegt ein Augenmerk auf der Vernetzung von HPC- und Quantencomputing.
  • Wir werden den schnellen Transfer von Forschungsergebnissen zu Start-ups, KMU und Industrie sicherstellen. Zentrale Bausteine sollen dabei der Aufbau von mindestens drei Pilotlinien ab dem Jahr 2026 als starke Knoten in einem europäischen Fab-Netzwerk („From Lab to Fab“) und die Etablierung von Testzentren und Anwenderplattformen für Use-Cases in Kooperation von Forschungseinrichtungen mit Anwendungsindustrien (Maßnahme „1000 Qubits – 100 Anwendungen“) sein. Auf diese Weise wird der Grundstein für die Industrialisierung von Quantencomputern in der nächsten Dekade gelegt.
Ziel 2: Wir sorgen dafür, dass bis 2030 mithilfe von Quantensensoren Krankheiten frühzeitiger erkannt werden und erschließen mindestens ein weiteres Anwendungsfeld für die Technologie.
  • Wir werden durch Leuchtturmprojekte neue Anwendungsfelder erproben: Wir werden FuE- und Transferzentren für die Messung von Prozessparametern in der Produktion, in Mobilität (Überwachung von Ladezyklen), Lebenswissenschaften (verbesserte Bildgebung) und Raumfahrt (Positionierung von Satelliten) auf den Weg bringen. Der Aufbau startet im Jahr 2026.
  • Wir fördern die Entwicklung von Quantensensoren für industrielle Anwendungen. Dazu gehören die Entwicklung einer robusten optischen Atomuhr für den Feldeinsatz, die Charakterisierung von Quantenmagnetsensoren für die Medizintechnik und die Entwicklung von quantenbasierter elektrischer Messtechnik.
Ziel 3: In der Quantenkommunikation werden wir das Innovationsökosystem stärken und weiter ausbauen – dabei sollen die Perspektiven der Endanwender stärker Eingang finden.
  • Wir werden neben exzellenter Grundlagenforschung insbesondere mit Technologie-Transfer den Weg zu einer zukunftsfähigen Cybersicherheit im Quantenzeitalter mit innovativen Maßnahmen (z. B. Grand Challenge der Quantenkommunikation) ebnen. Unser Fokus liegt dabei darauf, dass Cybersicherheits- und IKT-Infrastrukturen maßgeblich von der Quantenkommunikationstechnologie profitieren.
  • Wir werden erstmalig im Jahr 2025 in Deutschland einen Forschungssatelliten zur Quantenkommunikation in Betrieb nehmen. Der Start eines zweiten Kleinsatelliten ist für 2026 vorgesehen.
  • Wir werden im Rahmen der QuNET-Initiative im Jahr 2025 und 2026 öffentlichkeitswirksame Schlüsselexperimente zur Erprobung und Darstellung der Leistungsfähigkeit der Quantenkommunikation durchführen. Mit einer Technologiedemonstration eines ersten Quantenrepeaters in 2028 wird der Grundstein für die langreichweitige Quantenkommunikation gelegt.
Ziel 4: Wir stärken die Fachkräftebasis in den Quantentechnologien.
  • Mit der Fachkräfteagenda „Quantum Future Professionals“ intensivieren wir unsere Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung entlang der gesamten Erwerbsbiographie. Ab 2025 fördern wir Konzepte zur Aus- und Weiterbildung sowie Initiativen zur „Quantum Awareness“. Talentgewinnung und -förderung bauen wir aus und stärken die interdisziplinäre Ausbildung von Expertinnen und Experten.

Einbindung der Community

Auf dem Weg zu diesen Zielen will das BMFTR möglichst viele Akteurinnen und Akteure aus der Fachcommunity aktiv einbinden. Hierzu finden themenspezifische Partnerdialoge mit Expertinnen und Experten statt (Teilnahme nur auf Einladung). Außerdem skizziert das BMFTR geplante Maßnahmen in Whitepapers, zu denen alle Stakeholder aus der Fachcommunity schriftlich Feedback geben können.